Ja, ich bin sehr viele dieser Fahrwerke gefahren.
Der Unterschied liegt auf der einen Seite im Material, d.h. Gewicht, Oberflächenbeschichtung, etc. und auf der anderen Seite in der verwendeten Dämpfertechnik.
Die günstigeren Fahrwerke setzen Standard-Dämpferpatronen ein, die in der Regel auch gut und solide funktionieren.
In den teureren Fahrwerken kommen ausgefeiltere Varianten zum Einsatz, wie z.B. das Oehlins dualflow Valve, dass so eine Art frequenzselektive Dämpfung liefert, d.h. es verbindet feines Ansprechen mit guter Raddämpfung und vermeidet Radlastsprünge, wenn man größere Unebenheiten überfährt, wie z.B. Curbs.
Im Alltag merkt man diese Unterschiede auf der einen Seite beim Ansprechen und auf der anderen Seite daran, wie gröbere Unebenheiten gedämpft werden.
Ein weiterer Unterschied liegt in der Verstellung. Bei den günstigeren Fahrwerken wird die zwar als „kombiniert“ verkauft, verstellt aber meist hauptsächlich die Zugstufe. Die teureren Fahrwerke setzen aufwendigere Systeme ein und verstellen Zug und Druck im passenden Mass. D.h. man kann die Spreizung der Verstellung dann bei z.B. Oehlins auch wirklich nutzen, während der sinnvolle Einstellbereich bei anderen Fahrwerken geringer ist.
Ein Oehlins-Fahrwerk kann nach Verschleiß auch revidiert werden, d.h. es werden neue Dämpferpatronen eingesetzt, ohne dass man gleich ein neues Fahrwerk kaufen muss. Das bieten günstigere Varianten nicht.
Ob man das im Alltag merkt und braucht, ist davon abhängig wie sensibel man so etwas wahrnimmt, bzw. beurteilen kann und wie wichtig einem solche Themen sind.
Für mich ist das Oehlins da immer noch top notch, aber ich bin die aufwendigeren Fahrwerke der Konkurrenz nicht alle gefahren.
Bei den günstigeren Fahrwerken lässt man gleichzeitig im Komfort und in der Fahrdynamik etwas liegen, aber sie machen ihren Job und sind auch absolut empfehlenswert.
Wie das jetzt für Dich aussieht, kannst du wohl am besten entscheiden, wenn Du mal die Zielfahrwerke Probe gefahren bist und gemerkt hast, ob Du bereit bist für die kleinen aber feinen Unterschiede mehr Geld zu bezahlen.